BMW GS

Manchmal bedeutet Weiterkommen, anzuhalten – meine Geschichte mit Sector Enduro

Manchmal bedeutet Weiterkommen, anzuhalten – meine Geschichte mit Sector Enduro

Hi, ich bin Nicole, komme aus München – und bin eigentlich auf Weltreise mit dem Motorrad… Eigentlich.

Endurofahren habe ich nicht zu Hause entdeckt, sondern unterwegs. In Deutschland war es für mich als Stadtkind nie wirklich greifbar: keine legalen Strecken, wenig Platz, hohe Kosten, viel Organisation. Motorradfahren bedeutete für mich lange Zeit Asphalt, Naked Bikes, Kurven und Pässe.

Erst 2023 änderte sich das, als ich mir eine BMW 1250 GS kaufte, mein erstes Adventure Bike. Es folgte ein erstes Training in Hechlingen und plötzlich war da diese neue Welt. Ich war angefixt.

Doch Begeisterung ersetzt keine Praxis. Im Jahr 2023 blieb zwischen Job und Alltag wenig Zeit. Zwei Straßentouren und ein paar Schotterwege, mehr war nicht drin.
2024 wollte ich es wissen: zwei Trainings in Spanien, eine Tour durch Marokko, ACT Track in Portugal und UK, TET durch Spanien, Belgien und Schweden.

Und trotzdem blieb dieses Gefühl: Ich fahre viel – aber ich lerne zu langsam.

Ende 2024 zog ich einen Schlussstrich und tauschte die GS gegen eine Husqvarna 701.
Die BMW hatte mir vieles abgenommen. Die Husqvarna nahm mir die Ausreden.

Doch plötzlich zählte jeder Fehler, jede falsche Fußposition, jede Bremseingabe.
Ich war wieder Anfängerin auf meinem eigenen Motorrad.

Der Wendepunkt: Serbien

Anfang 2025 startete ich mit der Husqvarna meine Weltreise. Über Österreich ging es zügig nach Kroatien auf den ACT, dann nach Bosnien und Montenegro immer wieder über Teile des Trans Euro Trail… und dann Serbien.

Ein Anstieg. Nicht besonders lang, nicht besonders spektakulär. Aber ich kam nicht hoch.

Ich stand da, mit einem der geländetauglichsten Motorräder überhaupt, und musste umdrehen.
Nicht, weil das Bike es nicht konnte, sondern weil ich es nicht konnte.

Das war der Moment, in dem ich merkte: So komme ich nicht weiter.

Eine rasche Google Suche führte mich zu Sector Enduro, ich buchte spontan zwei Tage Training, fast aus einer Mischung aus Frust und Hoffnung heraus.

Schon am ersten Morgen wurde mir klar, wie anders dieser Ort ist. Vom Campingplatz aus dauerte es keine fünf Minuten, bis wir mitten im Gelände standen. Keine lange Anfahrt, kein umschauen ob einen jemand sieht wenn man in den Wald huscht. Ein Trainingsplatz mitten in der Natur, umgeben von Wäldern, Schotterpisten und Flüssen. Alles wirkte offen, frei und selbstverständlich.

Für mich, aufgewachsen in Deutschland, war das schwer zu begreifen. Endurofahren bedeutete hier nicht „eine Strecke zu finden“, sondern eine Landschaft voller Möglichkeiten zu haben. Unterschiedlichste Schwierigkeitsgrade lagen direkt nebeneinander, man konnte ausprobieren, scheitern, neu ansetzen, alles ohne Druck. Während wir durch die Wälder fuhren, huschten Rehe zwischen den Bäumen hindurch, das Licht brach durch die Kronen.

Diese zwei Tage haben meine Sicht auf das Motorradfahren grundlegend verändert. Ich habe dort nicht „alles gelernt“ im Gegenteil. Ich habe verstanden, was möglich ist, wenn man Raum bekommt, sich wirklich zu entwickeln und gesehen wo meine Grenzen tatsächlich liegen.

Als ich Serbien wieder verließ, wusste ich: Ich würde zurückkommen.

 

Zunächst setzte ich meine Reise fort. Ein Offroad-Event in Rumänien stand an, später fuhr ich weiter bis in die Türkei. Doch der Gedanke an Serbien begleitete mich.

Bevor ich mich auf den Weg in den Mittleren Osten machte, entschied ich mich, noch einmal bewusst anzuhalten. Mein Motorrad blieb in der Türkei, ich stieg ins Flugzeug – zurück nach Serbien. Nicht, um meine Reise zu beenden, sondern um ihr eine neue Tiefe zu geben.

Meine Weltreise geht weiter. Ich bewege mich vorwärts – manchmal geografisch, manchmal auf andere Weise.

Serbien ist für mich zu einem dieser Orte geworden, durch die man nicht einfach nur durchfährt. Ich bin hier, um zu lernen, Zeit im Gelände zu verbringen und Teil einer Community zu sein, die Enduro und Adventure so lebt, wie ich es mir immer gewünscht habe.

Ihr möchtet Serbien und den Balkan selbst entdecken?

Um Serbien und den Balkan noch besser kennenzulernen, wird es bei Sector Enduro zukünftig auch Adventure-Touren geben. Off-road unterwegs auf Adventure-Bikes, mit Zeit für Landschaft, Kulinarik und all dem, dass diese Region ausmacht.

Als Teil dieses Weges bin ich Anlaufstelle für Reisende aus dem deutschsprachigen Raum und unterstütze gerne bei Fragen rund um Trainings, Touren oder das Endurofahren in Serbien.

 

 

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